„Des Steines mystische Gabe“, ein Gastbeitrag von Richard Bartsch

Im August 2007 stieß ich bei Internetrecherchen auf den Bildhauer Karl Prantl.
Ich las einige seiner Zitate zur Arbeit am Stein und fühlte sogleich eine enge Verbundenheit zu ihm.
Ich war überrascht, dass es außer mir noch einen Künstler [Anm.: ich bin Steinmetz (zum Broterwerb) und Bildhauer (aus Berufung), arbeite mit Naturstein,Gips,Holz] gibt, der von einer Wesenheit des Steins ausgeht.
Sich in seiner Arbeit voller Bewusstheit und Achtsamkeit diesem nähert und jedes Detail an ihm ernst nimmt, was geradezu zu einem Dialog zwischen Bildhauer und seinem Stein führt. Der Stein führt den Meissel des Sichtbarmachers seiner (des Steines) Seele, und macht sie so dem Betrachter zugänglich – verstehbar!
Als ich dann einige Wochen später die DVD „Karl Prantl – Die Steinspur“ sah, war es für mich (als geb. Nürnberger) einfach ein „Muss“ mich mit dem Werk Prantls zu befassen !
Tage darauf war ich mit einer Freundin und Kollegin (Andrea-Maria Schmidt, Dipl. Ing. Landespflege und Geomantin) an der Lorenzkirche zugange, um mit ihr gemeinsam den „Kreuzweg“ zu er-spüren. Eine sehr intensive Erfahrung, die Wunden des Leides im Stein zu sehen und zu ertasten ! Gemeinsames Gebet, Gedenken, Stille…
Wieviel freudiger war da unsere Annäherung an den Meditationsstein Prantls im Nürnberger Skulpturengarten.
Schon von weitem sah ich eine Gruppe Touristen die diesen wunderschönen Labradoritwürfel wie fasziniert umrundeten, und ihm, dem Reiz nicht widerstehen könnend, ihre Hände auflegten um ihn zu be-greifen ! Ich dachte noch bei mir:“ Wie schön ! Dieser Stein vermag Freude zu schenken !“
Langsam und achtsam gingen wir auf den Stein zu, jeder für sich, jeder mit seinen ganz eigenen Antennen, gezogen von der Präsenz des blauen Würfels.
amaria-036.jpg amaria-042.jpg

Begeistert von der Schönheit der Kristallaugen, die uns zublinzelten, von seinen weichen, ebenen Spiegelflächen schlossen wir unsere Augen und umrundeten ertastend seine Gestalt. Ich fand meinen ganz eigenen Platz an ihm. Eine Stelle zu der ich mich einfach besonders hingezogen fühlte. Es war das rechte obere, sanft gerundete Eck. Dort angelangt zog es mich in die absolute Zentriertheit und ich nahm den inneren Kontakt an. In Worten kann ich es nicht ausdrücken was dann geschah, seine Sprache nicht übersetzen. Nur, dass an diesem Platz in Nürnberg, an eben diesen Werk Prantls, sich mein Herz und meine Sinne öffneten für die geradezu mystische Erkenntnis – unserer Verbundenheit, der einen großen Symbiose.
Wir alle sind Natur. Wir werden geboren, wirken und vergehen. Jeder an seinem Platz, auf seine Art, den anderen ansprechend, auffordernd zur Achtsamkeit und Würdigung des eigenen und des Fremden – des gesamten Schöpfungswunders, und somit der Wahrung der größten Macht des Lebens – der Liebe!

Mein Fazit:
Es ist wirklich eins der erstrebenswertesten Gaben die wir Menschen besitzen, unsere Sensibilität und unsere Offenheit für Andere(s) zu üben. Es gehört zur menschlichen Art diesen inneren Wachstum zu suchen, zu üben, um dann unserer allzu menschlichen Aufgabe gewachsen zu sein. Ungeachtet aller kulturellen Anders-artig-keit und aller Religionen uns als „menschlich“ im besten Sinne zu be- und Verantwortung für die gesamte Schöpfung zu er-greifen.
Lernen können wir sogar von Steinen, wenn wir uns nur drauf einlassen. Einfach üben !

Vielen Dank
an Karl Prantl,
Steinseelenoffenbarer!

Text und Fotos © by Richard Bartsch

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~ von artstage - März 5, 2008.

Eine Antwort to “„Des Steines mystische Gabe“, ein Gastbeitrag von Richard Bartsch”

  1. […] von Karl Prantl in Nürnberg wandeln, und zwar hier (oder zu den Beiträgen herunterscrollen!): Richard Bartsch “Des Steines mystische Gabe” Andrea-Maria Schmidt “Eine besondere Entdeckung in […]

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