Lokalaugenschein: der Symposionshügel, heute

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links: eine“Wunde“ im Hügelgras, 03/2008, hier stand vor einiger Zeit noch Karl Prantl’s Konglomerat-Skulptur (rechts im Bild)

Sicher war ich zuerst etwas traurig über den Abtransport mancher Skulpturen des Symposions Europäischer Bildhauer nach Pöttsching, zu Karl Prantl’s Skulpturenfeld! Als ich mir jedoch dieser Tage selbst ein Bild über die derzeitige Situation am Symposionshügel machte, hatte ich größtes Verständnis für Karl Prantl’s Aussage, dass durch die kommerziellen Aktivitäten rund um den Steinbruch der Platz für die Steine zu eng geworden wäre und die Idee des Symposions durch den Rummel korrumpiert worden wäre.

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„Der Märchenwald, der Opern-Bau im Steinbruch – es kann keine Arbeitsatmosphäre mehr anwachsen“ kritisierte Karl Prantl. (aus einem Beitrag des ORF, hier nachzulesen)

Mit dieser Aussage hat er leider recht, ich habe mich selbst davon überzeugt! Der ruhige „Ort der Steine“ strahlt – zumindest auf dem oberen Teil des Hügels – keineswegs Ruhe aus. Geröllhalden, Baustellen, Kräne, …. unsensible, monströse Festivalarchitektur im Zugangsbereich zu einem international bedeutenden kunsthistorischen öffentlichen Skulpturenpark (- und nicht einmal in Zitaten aus dem Stein gebaut, auf dem sie steht!).

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– nun ein leeres Podest in der Landschaft! hier stand zuvor:

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Ralf Jörres‘ Skulptur!

Ebenso bereits übersiedelt: die Skulptur von Fehrenbach:
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Hier stand sie noch vor einem Jahr,
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die Skulptur von Paul Aschenbach (USA, 1969).

Es ist doch immer wieder erstaunlich, welch unwiderbringlichen Verlust an Kulturgütern und Lebensqualität für die Menschen durch die Ignoranz kleiner Personenkreise in maßgeblichen, führenden Positionen bewirkt!

Die Kuhschelle jedoch erfreut die Spaziergänger derzeit mit exzessiver Blüte,
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sehr zur Freude kleiner und großer Kunst- und Naturfreunde:
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René Desor und Sohn Jan
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Jan, fasziniert, fotografiert Kuhschellen!

Am Ende meines Rundganges, einerseits traurig über das Fehlen von bildhauerischen Werken, die mir im Laufe vieler Jahre so vertraut geworden sind – andererseits voll Verständnis für die Beweggründe von Karl Prantl ( hätte ich anders gehandelt an seiner Stelle? Nein!) – tröstete mich der Blick auf die nördliche Hügelseite, Richtung St.Margarethen:
hier scheint alles noch so, wie der Symposionsgründer es im Sinn gehabt haben mag: eine ruhige Landschaft im kontemplativen Zwiegespräch mit den skulpturalen Argumenten der bedeutendsten internationalen Bildhauer: „Gehen von Stein zu Stein“!

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~ von artstage - März 10, 2008.

Eine Antwort to “Lokalaugenschein: der Symposionshügel, heute”

  1. […] to a report about another revealing walk last weekend with Jan & Ella along the hills of sculptor´s symposium area at St.Margarethen & the loudless & almost unnoticed vanishing hewed stones there – click following link please: artstage […]

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