Nach-ruf(e) über den Vor-denker Karl Prantl († 8. Oktober 2010)

Kulturministerin Claudia Schmied:
„Karl Prantl war einer der prägendsten Bildhauer Österreichs, ein wichtiger und streitbarer Advokat der Kunst. Seine Botschaften fand er in seinen Werkstoffen. Er nutzte sie, um die Menschheit an das Universelle und Essenzielle zu erinnern. Im Steinbruch St. Margarethen hat er ein monumentales Erbe der Bildhauerei geschaffen und hinterlassen, dem sich Österreich verpflichtet fühlt. Für mich waren die Begegnungen mit Karl Prantl an seinen Wirkungsstätten im Burgenland oder in seinem Atelier im Prater stets eine besondere persönliche Bereicherung. Meine Anteilnahme gilt seiner Frau Uta und seiner Familie“, so Kulturministerin Dr. Claudia Schmied zum Ableben des österreichischen Bildhauers Karl Prantl.

Dr. Andreas Mailath-Pokorny zum Tod von Karl Prantl: „Auseinandersetzung mit dem Stein“:
„Österreich hat einen seiner bedeutendsten Gegenwartskünstler verloren“, reagierte Wiens Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny betroffen auf den Tod von Karl Prantl. „Er war international gesehen einer der wichtigsten Bildhauer seiner Generation und hat die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts mit gestaltet. Die ernsthafte und tiefgreifende Auseinandersetzung mit
dem Stein als Teil der Natur war zentraler Bestandteil seiner Arbeit.
Kraft schöpfte er aus der Natur, aber auch aus der dem Austausch mit KünstlerInnenkollegen. Der Staatspreisträger war mit seinen Bildhauersymposien in St. Margarethen beispielgebend für diese Art der gemeinsamen Arbeit. Die Werke Prantls bereichern europaweit zahlreiche öffentliche Plätze; allein in Wien befinden sich sechs Kunstwerke von ihm im öffentlichen Raum. Mein Mitgefühl gilt der Familie“

Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco zum Tod von Karl Prantl:

„Karl Prantl war ein unermüdlicher Kämpfer für das Informel. Deutlich habe ich noch seine strahlend blauen Augen und seine beredte Geste vor mir.

Im Umfeld des Phantastischen Realismus zum malenden Künstler geformt, entschied sich Prantl bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt für das Informel. Gerade im Kunstschaffen Fritz Wotrubas, in dessen zeichenhaften Aufrichtung von individuellen Formen und Figuren, sah Prantl für sich einen Pfad, der ihn zum ureigenen zeichenhaften Informel führte, durch das er den immer gegenstandsbezogenen Wotruba und einen Großteil seiner Schüler weit hinter sich ließ. In den frühen 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannte er seinen besonderen Bezug zum Naturstein, der ihm bis zu seinem Lebensende das wertvollste künstlerische Material wurde. Der Künstler brach vollends überzeugt mit der naturalistischen Auffassung, er gab die gesehene Wirklichkeit auf und stieß in das Urbild allen Seins, ins
Geometrische, vor. Im Zentrum seiner Skulpturen steht immer das
Diesseitige, die ewige Form, nicht die zufällige Erscheinung und das
Vergehende.

Aus seiner Überzeugung für das Informel heraus wurde Prantl zum
Kämpfer, der weder den Widerstand noch den Aufwand scheute. 1959 gründete er gemeinsam mit Heinrich Deutsch und Friedrich Czagan das weltweit erste Bildhauersymposion im burgenländischen St. Margarethen im Burgenland, das im Vorjahr sein 50-jähriges Jubiläum feierte.

Mit Karl Prantl verliert Österreich – so wie mit Alfred Hrdlicka,
Bruno Gironcoli, Josef Pillhofer und Fritz Tiefenthaler – einen großen und bedeutenden Künstler und einen der letzten Steinbildhauer seiner Generation.

t.b.c.  soon!

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~ von artstage - Oktober 9, 2010.

Eine Antwort to “Nach-ruf(e) über den Vor-denker Karl Prantl († 8. Oktober 2010)”

  1. wir werden uns weiterhin in St.Margarethen kraft und ruhe holen, die dort durch das weitsichtige wirken Prantls und durch die konzentrierte kreativität der internationalen bildhauervielfalt in einheit mit der natur zu hause sind. ein wahrlich nachhaltiges wirken von Karl Prantl.

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