Anlässlich des Todestags von Karl Prantl zur schockierenden Gegenwart auf dem Symposionshügel

Todestag

Vor einem Jahr, am 8. Oktober 2010 verstarb Karl Prantl im Garten seines Hauses in Pöttsching. Zu diesem Anlass haben sehr viele prominente und zuständige Würdenträger in ihren Pressemitteilungen bekräftigt, sich im Sinne des Künstlers um sein Vermächtnis zu kümmern. (siehe untenstehende Originalzitate).
Nun, 1 Jahr später, ist die Situation am Symposionshügel schlimmer denn je! Der Symposionsgründer, bewundert und geehrt für sein Werk in der ganzen Welt, hätte sich das nie träumen lassen, was derzeit jeder Laie bei einem Besuch auf dem Hügel auf einen Blick erkennen kann: es ist schlicht und einfach – skandalös!

li.: aktuelle situation (3. Okt 2011) / re. Maria Kupper’s Skulptur vorher (frei in der Landschaft stehend)

 

li: aktuell, re: vorher

li: aktuell / re: vorher

diesen Blick gibt es heute nicht mehr (foto von 2007)

Der Hügel in der Gegenwart

In den letzten Tagen habe ich mehrmals den Hügel aufgesucht, um mir ein Bild von der Situation zu machen. Ja, aufgrund eines schockierenden Wildwuches am Berg muss man sich nun selbst einen Weg durchs Dickicht (!!!) bahnen, um die Skulpturen überhaupt zu finden! Die ganze Hügellandschaft hat sich total verändert: sie ist zugewuchert und sieht eher nach einem äusserst ungepflegten, jungen Wald aus, denn nach der offiziell naturgeschützten Landschaft, die man seit Jahrzehnten kennt und die neben den Kunstschätzen auch für seltente Fauna und Flora Heimat war. So wie der Hügel sich jetzt zeigt, werden sich demnächst dort eher Wildschweine statt Kuhschellen ansiedeln.

li: aktuell / re: vorher (2007)

Wie ich gestern einer Begleiterin sagte „Du musst dir das so vorstellen: früher gab es keinen Baum hier, der höher war als der Hügel selbst“ und wir gemeinsam im Dickicht der Bäume (! das war immer ein Landschaftspunkt mit freier Sicht auf die Wulkaebene) Richtung Kogelkapelle gingen, beide traurig und zornig! Früher, das war als Karl Prantl noch lebte und um den Erhalt des Hügels bis zu seinem Lebensende kämpfte.

durch dieses dickicht bahnt man sich derzeit seinen weg…. :-((

Nun fehlt eigentlich nur noch, dass der Wildwuchs die Kunstwerke auf dem Hügel beschädigt…

diese Bild bietet sich dem Besucher heute fast überall auf dem Hügel

Ich bin traurig, entsetzt und schockiert von der Situation auf dem Hügel, der in die internationale Kunstgeschichte eingegangen ist – und dem in diesem Land so wenig Respekt entgegengebracht wird. – und ich hoffe, dass viele Leser sich selbst ein Bild davon machen, sich die Situation live anschauen und den Verantwortlichen die Hölle heiss machen. Anders scheint es nun nicht mehr zu gehen, denn die Versprechungen sind allesamt nur für einen kurzen Medienauftritt publiziert worden.

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~ von artstage - Oktober 4, 2011.

4 Antworten to “Anlässlich des Todestags von Karl Prantl zur schockierenden Gegenwart auf dem Symposionshügel”

  1. […] Anlässlich des Todestags von Karl Prantl zur schockierenden Gegenwart auf dem Symposionshügel « B…. share:TeilenGefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Kategorien:art, Austria, Österreich, Bildhauer, Bildhauersymposion, contemporary art, cultur, exhibition, Karl Prantl, Künstlerpersönlichkeiten, Kultur, Kulturpolitik, Kunst, Kunstgeschichte, Kunstkritik, Land-Art, sculpture, Skulptur, St.Margarethen, Steinbruch, zeitgenössische Kunst Kommentare (0) Trackbacks (0) Hinterlasse einen Kommentar Trackback […]

  2. Danke für den Tipp!

  3. Ich finde es gar nicht so schlimm. Karl Prantl ist tot. Seine Werke auf dem Hügel werden vom lebenden Grün verdeckt und verschwinden teilweise .
    Dennoch sind sie da!
    Und wer Interesse an Karl Prantl und seine Kunst hat, könnte ja im Rahmen von Projektarbeit am Hügel z. B. mit Schulklassen, Kunstvereinen,…etc…seine Kunst befreien, ans Licht holen.
    So könnte man auch hin -und wieder auf diesen großartigen Künstler aufmerksam machen.
    St. Margarethen sucht Initiator !

    • Früher waren solche Pflegemaßnahmen auch noch möglich und wurden regelmäßig (von Verein, von Freiwilligen, vom Naturschutz, von der Gemeinde) durchgeführt. Leider ist das jetzt nicht mehr möglich, scheinbar lässt der Grundbesitzer solche Aktionen nicht mehr zu. Es gab ja immer ein Problem mit der Verlängerung des Pachtvertrags für das Symposionsgelände: das Bildhauerhaus gehört zwar dem Verein Europäischer Bildhauer (Mitglieder sind hauptsächlich alle internationalen Bildhauer, die an den Symposien teilnahmen und ihre Skulpturen auf dem Hügel aufstellen liessen), für das Gelände bekam der Verein aber immer nur einen jährlichen Pachtvertrag. Das ist auch der Grund, warum nie eine längerfristige Planung möglich war – und auch keine langrfristigen Partner angenommen werden konnten (Interesse war vorhanden, aber für so eine kurze Zeit….). Letztendlich konnten dadurch auch keine Symposien mehr geplant werden.
      Was die Pflege der Open-Air Galerie betrifft: auch der Naturschutz steht in den Startlöchern, würde sofort mit Pflegemaßnahmen beginnen (es handelt sich ja um ein besonders seltenes Stück Naturdenkmal mit seltener Fauna & Flora). Leider dürfen sie nicht, der Grundeigentümer lässt es nicht zu.
      Angesichts dessen fragt man sich natürlich, welche (Zerstörungs-? oder sonstige) Absichten da dahinterstecken?

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